| Techn. Details : Türblätter : Decklagen : WestaLife Echtholzfurnier |
Die Furnierherstellung ist die dekorative und gleichzeitig sparsamste Produktionstechnik,
um hochwertige Oberflächenmaterialien aus Echtholz herzustellen. Moderne
Produktionstechnik ermöglicht eine vielfältige Aufarbeitung des Holzes
zu Furnieren. Aus einem Kubikmeter Holz werden zwischen 800 und 1000 qm Furniere
erzeugt.
Nach heutigen Qualitätsnormen soll eine möglichst fehlerfreie, farblich
einheitliche und in der Struktur regelmäßige Fläche erzielt
werden. Daher bedarf es sehr hoher Erfahrung und viel Wissen über das Furnierholz,
um eine optimale Oberfläche der Tür zu gewährleisten.
Es gibt verschiedene Techniken der Aufarbeitung, die jeweils unterschiedliche
Oberflächeneffekte des Furniers ergeben.
WestaLife-Aufbau
mehrschichtige AC-Decklackierung, UV gehärtet
Messerfurnier (ca. 0,55 mm)
3 mm Holzwerkstoffplatte
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Messerfurnier:
Bei der Herstellung von Messerfurnier wird der Stamm (Furnierblock)
nach dem Entrinden, Zuschneiden und Hobeln an einem Furniermesser vorbeibewegt
und ein ca. 0,55 mm dickes Furnier abgenommen. Hierbei entstehen unterschiedliche
Furnierbilder. Messerfurnier wird als Deckfurnier bei der Möbel- oder Türenproduktion
eingesetzt.
Fugenverleimung
Nach dem Messern werden die einzelnen schmalen Furnierblätter zu
einem Furnier-Deck mit der entsprechend benötigten Breite gefügt.
Die auf Westag-Türen verwendeten Furnierdecks sind grundsätzlich fugenverleimt,
so dass Risse oder Leimdurchschlag in den Stoßfugen der Furniere vermieden
werden.
Furnierqualitäten
Standard-Furnier für die Serienfertigung von Türen:
Es findet nur eine grobe Sortierung hinsichtlich Farbe, Anzahl der Blumen oder
Streifer pro Türdeck statt. Die Furniere werden in der Reihenfolge verarbeitet,
wie sie vom Furnierlieferanten bereitgestellt werden. Der Kunde hat keinen Anspruch
auf eine Furnierabwicklung. Um die Farbabweichungen so gering wie möglich
zu halten, gibt es bei der Furnierauswahl Westag-interne Grenzmuster hinsichtlich
Struktur und Farbe. Furniere, deren Merkmale außerhalb der Grenzmuster
liegen, werden aussortiert.
Furniere für Elemente
Bei zweiflügeligen Türelementen und Türelementen mit
Oberblende wird grundsätzlich auf ein durchgehendes Furnierbild geachtet.
Das heißt die Furniere für Geh-, Standflügel und Oberblende
werden aus einem Furnierpaket so gefügt, dass die Furnier-Maserung durchläuft
und nur durch den Türblattfalz unterbrochen wird. Die Teile des Elementes sind mit einer
Furnier-Nr. eindeutig identifiziert.
Furnierabwicklung
Eine Furnierabwicklung kann seitens Westag bei maximal 7-9 Türen
auf Wunsch geliefert werden. Bei der Abwicklung werden ausschließlich
Furniere aus einem Paket bzw. aus einem Stamm verwandt und beim Fügen in
der Reihenfolge verarbeitet wie sie beim Messern vom Furnier-Block abgetragen
wurden. Die Furnierabwicklung garantiert die gleichmäßigste Optik
der Türen hinsichtlich Farbe und Struktur. Doch auch innerhalb eines Stammes
kann es zu Farbschwankungen und Strukturabweichungen kommen.
Gestelltes Furnier
Im Innenausbau und Objekt-Bereich müssen Türen häufig
in Paneelwände mit einem durchgängigen Furnierbild eingepasst werden.
Die übliche Vorgehensweise besteht darin, dass der Innenausbauer die entsprechend
gekennzeichneten Furniere als Paket zur Verfügung stellt. Diese werden
gefügt und von WESTAG auf den Türen verarbeitet. Eine Verarbeitung auf Zargen
ist nicht möglich.
Blume oder Streifer
Blume
Je nach Aufteilung und Lage des Stammes beim Messern ergeben sich unterschiedliche Furnierbilder. Wird ein Stamm tangential zu den Jahrringen gemessert, entsteht im Furnierbild die Blume. In der Regel werden auf einer 86,0 cm breiten Tür vier Blumen pro Türendeck verarbeitet.
Streifer
Um ein gleichmäßiges ruhiges Bild auf der Türoberfläche zu erzielen, kann ein Streifer-Furnier eingesetzt werden. Der Stamm wird im Regelfall geviertelt und der Kern herausgeschnitten. Je weiter man zum Stamm-Mittelpunkt bei dem Vorgang des Messerns kommt, um so senkrechter stehen die Jahrringe. Es ergibt sich beim Messern ein gradliniges, gleichmäßiges Furnierbild ohne Blume oder mit kaum sichtbarer Blime.
Auf Wunsch liefert Westag Ihre Türen ausschließlich mit Blume- oder mit Streifer-Furnieren.
Bei Serientüren hat der Kunde keinen Anspruch auf eine einheitliche Ausführung.
Schälfurnier
Bei der Herstellung von Schälfurnier wird der Stamm zentriert gelagert
und zum Rotieren um die eigene Achse gebracht. Das Schälmesser wird an
den Stamm herangeführt und bei jeder Rotation des Stammes wird entsprechend
der Furnierdicke das Holz abgeschält. Schälfurniere haben keinen dekorativen
Charakter und werden hauptsächlich als Konstruktionsfurniere für die
Sperrholzproduktion oder als Furnier für streichfähige Türen
eingesetzt. Für den Objektbereich kann die Holzart Birke als Schälfurnier
(stückzahlabhängig) von Westag geliefert werden.
Oberflächen
Klar lackiert (AC-Lackierung/UV-gehärtet)
Mit der Acryllackierung bietet Westag standardmäßig eine äußerst
pflegeleichte, strapazierfähige und zusätzlich umweltfreundliche Oberfläche.
Im Walzverfahren wird der nahezu lösemittelfreie Festkörperlack mehrschichtig
auf die Türoberfläche aufgetragen. Nach einer UV-Härtung und
einem Zwischenschliff erfolgt die abschließende Lackierung, welche wiederum
im UV-Kanal für ihren späteren Einsatz gehärtet wird.
Gebeizt nach Mustervorlage
Westag-Türen können auf Wunsch vor dem Lackieren in verschiedenen
Farbtönen gebeizt werden. Durch die Beizung können verschiedenen Effekte
erzielt werden. Die natürliche Holzmaserung kann belebt oder durch eine
deckende Beizung ein Egalisierungseffekt erzielt werden. Das zur Verfügung
gestellte Beizmuster kann einer Farbkarte oder der Oberfläche eines anderen
Innenausbauteils (Möbel, Paneelwand, etc.) entsprechen. Das Muster wird
von Westag geprüft und es wird ein Gegenmuster erstellt, welches vom Auftragnehmer
freigegeben werden muss.
Unbehandelte Oberflächen
Sämtliche echtholzfurnierte Flächen können in unbehandelter Ausführung
(roh) geliefert werden. Für eine nachträgliche Lackierung oder Beschichtung
können streichfähige Furniere, eine Grundierfolie oder HPL-streichfähig
als Türblattoberfläche aufgebracht werden.
Holzfehler
Holzfehler bei dekorativen Messerfurnieren sind Welligkeit, Risse, Löcher,
Schimmel, Farbflecken (Bläue), Wurmstich und Fehler, die aufgrund der Herstellung
des Furniers (Messerscharte) entstehen (gilt nicht für streichfähige
Oberflächen). Furniere für Westag-Türen werden
grundsätzlich in einem klimatisierten Furniermagazin
gelagert. Zusätzlich wird jedes bereits gefügte Furnierdeck auf dem
Leuchttisch auf versteckte Holzfehler hin geprüft und gegebenenfalls aussortiert.
Merkmale des Naturprodukts Holzfurnier sind Struktur, unregelmäßige
Flammen, Unregelmäßigkeiten der Maserung, Farbschattierungen innerhalb
des gleichen Stammes, Spritzer oder Flocker.